Warum tust Du Dir das an?

 

Warum das?

Gestatten, Marco Petracca, ehemals Blogger (freakshow / herr shhhh), zwischendurch Schreiber, Werber, Musiker, heute (immer noch) Experte für Unternehmensmarken, Marketing-Kritiker, Bullshit-Bingo-Boykotteur, Geschäftsführer, Senior Berater, Keynote-Speaker und Sparringspartner bei Cuecon.

Warum ich das hier mache?

Weil ich die Marketingbranche und insbesondere das Segment Markenführung in Deutschland seit fast einem Jahrzehnt miterlebe, mitgestalte und mitleide. Anfangs aus Berufung, heute mehr und mehr aus Hartnäckigkeit. Denn der Verbraucher in mir, der sich auf seinen Common Sense beruft, kann und will vieles von dem, was in meiner Branche als Wahrehit verkauft wird, einfach nicht mehr hinnehmen. Und besonders beim Thema Markenführung, dem Spezialgebiet all derjenigen, die zu unkreativ für die Werbung und zu kreativ für BWL waren, platzt mir heute in Anbetracht der Bullshit-Dichte mehr denn je der Kragen.

Markenführung hat für mich nicht nur etwas mit Branding zu tun. Inbesondere bei Unternehmensmarken, und vor allem bei solchen, die mit erklärungsbedürftigen Produkten und Leistungen sehr spezifische Märkte bedienen, ist die Marke ein Zusammenspiel aus der Haltung und den Werten der Unternehmensführung, und der Wertschätzung, die Management und Mitarbeiter der Arbeit, den Kunden und dem Unternehmen selbst entgegen bringen. Aufmerksamkeit und Wertschätzung sind jedoch Faktoren, die sich in Zeiten der digitalen Transformation weder mit den veralteten Sichtweisen des Lehrbuchmarketings, noch mit den aufgesetzen Methoden selbsternannter Social Media-Apostel erzwingen lassen. Denn wer das Herz ansprechen will, kommt weder mit Broschüren und Kugelschreibern, noch mit Conversion Rates und Banner Ads weiter. Klickzahlen haben nur selten ein Herz.

Als Senior Berater, Keynote Speaker und Geschäftsführer der cuecon Markenberatung helfe ich B2B-Unternehmen dabei, zu verstehen, was sie wert sein können, wie wichtig die Themen Aufmerksamkeit und Wertschätzung für die Führung, die Unternehmenskultur und die Reputation sind, wie man sich selbst als starke, und anziehende Marke am Markt, bei den Mitarbeitern und in der digitalen Welt positioniert – ohne Marketing-Bullshit, sondern mit der Liebe zur eigenen Leistung.

Als Privatmann beobachte ich allerdings, das vieles von dem, was wir ein wenig idealisiert in die Unternehmen bringen, und vieles von dem, was sich die Unternehmen in Sachen „Marke“ danach auf die Fahne schreiben, nur halbherzig bis gar nicht verstanden oder umgesetzt wird. Warum das so ist, habe ich bis heute nicht herausgefunden. Aber vielleicht hilft es ja, sich den Frust von der Seele zu schreiben, ausserhalb der Geschäftszeiten zu diskutieren und aus der privaten Perspektive auf das berufliche Umfeld und das Thema zu schauen – um Ursachen und Lösungen zu finden. Und endlich wieder besser schlafen zu können.